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Das Ziel einiger Ourdoor-Begeisteren der Bolheimer Turnabteilung war die Umsetzung einer sportlichen Herausforderung mit einprägsamen Charakter.

Was lag da näher als eine 24 Stunden Wanderung zu organisieren um gemeinsam in der Gruppe, einige außergewöhnliche und spannende Stunden zu erleben.

Die Tour sollte durch einige der landschaftlich schönsten Regionen unserer Alb führen und möglichst wenig Standardwege tangieren. Der Albtrauf mit seinen  zahlreichen SAV Wegen bietet hierfür eine unerschöpfliche Auswahl an interessanten Trails und so wurde bei der Tourenplanung auf wenig begangene und teilweise unwegsame Trails zurückgegriffen.

Tourenbeschreibung

 

 

 

Am 14. Juli 2017 um 18 Uhr erfolgte dann der Start für 8 hochmotivierte Teilnehmer. Von der DAV-Hütte in Steinenkirch führte der Weg durch das wildromantische Magental, vorbei an der markanten Roggennadel bis nach Eybach.
Der erste Albaufstieg führte durch das Felsental hinauf zur Burgruine Helfenstein. Dort wurde bei einem malerischen Sonnenuntergang die erste kurze Trinkpause eingelegt und die Wetterbegeisterten konnten eine imposante Gewitterzelle beobachten, welche nördlich an der Tourengruppe vorbei zog.
Vorbei an Weiler und dem Ödenturm wurde es dann spannend. Es galt einen wenig begangenen Abstieg nach Geislingen zu finden. In der Abenddämmerung konnte die Abzweigung in dichter Vegatation jedoch gleich gefunden und so führte der Weg schnell hinunter in die 5-Täler Stadt. 

Im letzten Abendlicht wurde der zweite Albaufstieg angegangen.
Zwischen Tiroler Fels und Geiselstein ging es in steilen Serpentinen und über unwegsames Terrain hinauf zum Geiselsteinhaus und weiter zum Ostlandkreuz.

Der Blick vom beleuchteten Ostlandkreuz auf das nächtliche Geisligen wurde durch die Rockrythmen der Geislinger Rock & Roll Band Jack „untermalt“ und war fast schon mit einer Sans et Lumière Inszenierung vergleichbar.

An einem geplanten Treffpunkt konnte sich die Gruppe gegen 23 Uhr über ein ausgiebiges Vesper freuen und die Depots wieder auffüllen. Mit Unterstützung der Stirnlampen ging es auf dem Albtraufweg weiter durch dunkle Buchenwälder in Richtung Türkheim und Aufhausen. Kurz vor Berneck war das Wetterglück nicht mehr auf der Seite der Wandergruppe und so wurde ein Gang hochgeschaltet um die Buschelkapelle zu erreichen.

Diese bot bei Platzregen und den spätherbstlichen Temperaturen einen willkommenen Wetterschutz. In respekvoller Würde wurde in der Buschelkapelle der Regenschauer abgewartet und die Zeit für eine willkommene Zwangspause genützt.

Aufgrund der ungeplanten Pause und den veränderten Geländeverhältnissen musste die Tourenplanung kurzfristig geändert werden. Die oberste Prämisse war nun einen sicheren Abstieg zu finden um die Gruppe bei diesen widrigen Verhältnissen sicher ins Tal nach Deggingen zu führen.

Die ursprünglich geplante Route über die Hiltenburg wurde somit abgekürzt und in Deggingen angekommen, wurde bei anbrechendem Morgen die letzte Stirnlampe ausgeschaltet.

In leicht ansteigendem Gelände führte der Weg zum Wanderparkplatz Gairenbuckel, wo es pünktlich um 7 Uhr ein wohlverdientes Frühstück gab.

Gut gestärkt und mit neuem Elan ging es anschließend auf den Wasserberg und in einem weiteren Anstieg auf den Burren. Über die Nordseite des Tennenbergs führte ein längerer Abstieg nach Kuchen und so mancher Teilnehmer verspürte nach guten 50 km bereits einen guten Druck in den Trekking-Schuhen.  

Der vorletzte Albaufstieg führte über eine lange Rampe hoch zur Kuchalb-Hochfläche. Da leider sämtliche Hütten auf der Route geschlossen waren, freute sich die Gruppe auf eine Einkehr bei Mutter Franzl. Die Enttäuschung war verständlicherweise groß beim Anblick des Schildes „Heute geschlossen“.

Käsespätzle waren also gestrichen und so gab es am Samstag um 13:00 Uhr nur eine Alternative, Diretissima zur Roggenmühle. Auf schmalen Pfaden und dichter Vegetation erreichte die Gruppe bei Kilometer 68 die Roggenmühle.

Nach dieser mehr als verdienten Rast wurde mit neuer Motivation der letzte Albaufstieg in Angriff genommen. Noch ein letzter Blick ins Mordloch und schon ging es wieder über einen verwilderten Pfad hoch nach Steinenkirch.
 
Gezeichnet von den Strapazen, aber stolz über das geleistete, trafen die Finisher bei der DAV Hütte ein und alle waren sich einige, das war der Hammer.

Die geplanten 80 km und 2750 Höhenmeter wurden durch den unerwarteten Notabstieg nach Deggingen zwar nicht ganz erreicht, aber respektable 72 km und 2100 Höhenmeter wurden von der Gruppe erfolgreich zurück gelegt.

Bedenkt man das teilweise schwere Terrain der Wege und Pfade so hat jede Teilnehmerin und Teilnehmer eine großartige sportliche Leistung im Ausdauer-grenzbereich abgelegt.

Für diejenigen, die an diesem Termin leider nicht teilnehmen konnten, wird es sicherlich wieder eine Möglichkeit für einen AlbTraum24 2.0 oder vielleicht AlbHammer24 geben.

Der genaue Tourenplan kann auf der Homepage der Bolheimer Turner eingesehen werden.

Ein ganz großes Dankeschön an Uli Blickle für die Durchführung der Wanderung, sowie an Iris Mack für die tolle Verpflegung während der Tour. #MiMe