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Kunstturnen auf der ALB

Abstiegsdrama in Ludwigsburg

Abstiegsdrama in Ludwigsburg:

Fortuna war den Bolheimern nicht treu

Die Bolheimer Turner mussten sich im Ligafinale in Ludwigsburg im Abstiegskampf gegen den SSV Ulm hauchdünn geschlagen geben und müssen nächstes Jahr in der Landesliga starten. Dabei entschied bei Punktgleichheit nur ein Gerätepunkt mehr über den Klassenerhalt. An Dramatik kaum zu überbieten.

Im Ligafinale turnten in Ludwigsburg nochmals alle sieben Verbandsligateams gegeneinander und man konnte bei einem Sieg über alle Teams 6 Punkte holen (Hauptrunde 12 Punkte). Im Abstiegskampf lagen gleich vier Teams im Clinch: Bolheim, Oberschwaben, Schmiden und die Ulmer Turner – alle waren nur maximal ein Punkt auseinander.

Die Bolheimer begannen gut am Reck: Nicolai Brosch (11,75 Punkte) und Johannes Kastler (11,65 P.) waren Bolheims beste Turner an diesem Gerät. Leon Bausch (9,75 P.) und Ingo Hild (8,95 P.) vervollständigten die Mannschaftswertung. An diesem Tag zählte jede Wertung der geturnten Übungen – es gab keine Streichwertung – nichts für schwache Nerven. Gleich drei Gerätesiege gegen die anderen Teams konnten eingefahren werden.

Am Boden lief es dann nicht ganz optimal: Johannes Kastler musste sich bei seinem spekakulären Doppelsalto rückwärts gebückt mit den Händen abfangen und erhielt “nur” 12,50 Punkte. Leon Bausch brachte seinem Doppelsalto rückwärts gehockt indessen gut in den Stand und erzielte sehr gute 13,10 Punkte. Auch Nicolai Brosch (11,75 P.) und Moritz Kastler (10,75 P.) brachte ihre Übungen gut durch. Hier konnten nur die Ulmer Turner besiegt werden.

Beim “Zittergerät” Pauschenpferd konnte man auch zufrieden sein. Nur Leon Bausch musste beim Abgang einen Sturz in Kauf nehmen, erhielt aber noch 9,80 Punkte. Die anderen Akteure kamen gut durch ihre Übungen: Benjamin Wiedmann war hier Bolheims Bester mit 10,75 Punkten, Timo Hild (10,30 P.) und Johannes Kastler (10,25 P.) ergänzten die Mannschaftsleistung. Drei andere Teams waren an diesem Gerät schlechter.

Auch an den Ringen lief es ganz gut: Johannes Kastler (12,10 P.), Benjamin Wiedmann (11,90 P.), Leon Bausch (10,85 P.) und Ingo Hild (9,85 P.) waren Bolheims Ringeturner. Trotz guter Leistung konnte kein Gerätepunkte erturnt werden.

Nach vier Geräte war die Tendenz klar: Es gab einen Zweikampf zwischen Bolheim und Ulm um den Klassenerhalt. Oberschwaben und Schmiden turnten einen sehr guten Wettkampf und konnten sich schon ein bißchen absetzen. Schömberg war noch auf Schlagdistanz – und wenn Bolheim Ulm und Schömberg schlagen würde, wäre der Klassenerhalt sicher.

Das vorletzte Gerät an diesem Tag, der Sprung, lief auch nahezu optimal: Außer dem etwas hart bewerteten Sprung von Johannes Kastler (nur 11,85 Punkte für seinen gestreckten bzw. gehockten Kasamatsus) konnten die Bolheimer zufrieden sein. Leon Bausch (11,95 P.), Benjamin Wiedmann (11,10 P.) und Timo Hild (10,10 P.) holten die restlichen Punkte.

Vor dem Barren war der Tagessieg gegen Ulm relativ klar, doch sollten die Gerätepunkte reichen oder konnten die Bolheimern noch die TG Schömberg schlagen um nicht von den Gerätepunkten gegen Ulm abhängig zu sein. Die Nerven lagen blank. Prompt bauten Nicolai Brosch (9,60 Punkte) und Leon Bausch (10,40 P.) ein paar größere Patzer in ihre Übungen ein. Johannes Kastler (12,65 P.) und Benjamin Wiedmann (10,90 P.) turnten gut durch. Doch am Ende hieß es zittern.

Fest stand – zum Sieg über die TG Schömberg fehlten nur hauchdünne 0,80 Punkte und nach langem Rechnen stand fest: Ulm hatte zwar an diesem Tag klar gegen Bolheim verloren, konnten aber in der Endabrechnung einen Gerätepunkt mehr über die gesamte Saison retten. Knapper gehts nicht mehr.

Das Bezirksligateam musste auch in Ludwigsburg in der Relegation antreten. Hier war der Abstieg aber einkalkuliert. Man schlug sich aber tapfer im Feld der zwölf Mannschaften mit dem 9. Platz.

Die ersten drei Mannschaften blieben bzw. sind in die Bezirksliga aufgestiegen. Bolheim steigt in die Kreisliga ab.

Die Topwertungen der Bezirksligateams waren am Boden mit Fabian Thoma (12,00 P.) und Lukas Kastler (11,70 P.). Am Seitpferd konnten Christian Karasavvidis mit 10,00 Punkten und Dennis Bausch (9,10 P.) überzeugen. Darian Schörm war wieder an den Ringen Bolheims Bester mit 10,25 Punkten, gefolgt von Robin Klug (9,15 P.). Am Sprung holte wieder Fabian Thoma mit 10,25 Punkten die Bolheimer Bestmarke, Robin Klug hauchdünn dahinter mit 10,20 Punkten. Beim Barren überzeugte wieder Lukas Kastler mit 10,60 Punkten, Robin Klug wieder bei den Besten mit 10,25 Punkten. Beim Reck fielen die Wertungen ab und war auch im Vergleich zu den anderen Mannschaften in Relation das schwächste Gerät. Fabian Thoma (7,80 P.) und Dennis Bausch (7,70 P.) turnten noch passable Wertungen.

Während der Wettkämpfe herrschte eine tolle Stimmung. Leider gab es diesmal kein Happy End.

Aber wenn die Teams so zusammenbleiben, werden die Bolheimer Turner den Turnfans in der Region weiter viel Spaß bereiten und eine wichtige Anlaufstelle für das eine oder andere Turntalent sein. °ThoB